Technische Kennwerte
Typische Anwendungsbereiche
- Gehäuse für Elektronik mit Temperaturbelastung
- Kfz-Innenraumteile (Temperaturen bis ~80 °C)
- Werkzeugaufnahmen und Vorrichtungsbau
- Elektrische Isolationsgehäuse
- Ersatzteile für bestehende ABS-Baugruppen
Werkstoffprofil
ABS war über Jahrzehnte der Maßstab für technische Kunststoffbauteile. Im Spritzguss dominiert es nach wie vor – im FFF-Druck hat es eine problematische Eigenschaft: Schwindung. Beim Abkühlen zieht sich ABS stark zusammen und erzeugt innere Spannungen, die Teile vom Druckbett heben (Warping) oder an Schichtgrenzen trennen (Layer Separation).
Warping: Die entscheidende Herausforderung
ABS zeigt beim Abkühlen eine hohe Schwindung (ca. 0,5–0,8 %), die thermische Spannungen im Bauteil aufbaut. Diese Spannungen führen bei Bauteilen über ~50 mm Länge zu Warping (Abheben der Bauteilecken) oder Layer Separation. Professionelle Fertigung mit ABS erfordert ein thermisch kontrolliertes Druckumfeld – dies ist der Hauptgrund, warum ABS im industriellen FFF-Einsatz anspruchsvoller ist als PETG oder ASA.
ABS vs. ASA
Für neue Konstruktionen ist ASA die bessere Wahl: vergleichbare Verarbeitungsanforderungen, aber UV-stabil, besser witterungsbeständig und mit geringerer Geruchsentwicklung. ABS hat nur dann einen Vorteil, wenn Aceton-Glättung oder -Schweißung gewünscht wird.