Robust & Wetterfest Industrietauglich
ABS

ABS – Acrylnitril-Butadien-Styrol

Klassischer technischer Thermoplast mit hoher Wärmeformbeständigkeit und guter Schlagzähigkeit. Im FFF-Druck anspruchsvoll wegen ausgeprägter Warping-Neigung. Im industriellen Umfeld weitgehend durch ASA oder PETG verdrängt.

Technische Kennwerte

Basis-Polymer
Acrylnitril-Butadien-Styrol-Terpolymer
Zugfestigkeit
~40–45 MPa (ISO 527)
Wärmeformbeständigkeit
~90–100 °C (HDT/A)
UV-Beständigkeit
Nicht UV-stabilisiert

Typische Anwendungsbereiche

  • Gehäuse für Elektronik mit Temperaturbelastung
  • Kfz-Innenraumteile (Temperaturen bis ~80 °C)
  • Werkzeugaufnahmen und Vorrichtungsbau
  • Elektrische Isolationsgehäuse
  • Ersatzteile für bestehende ABS-Baugruppen

Werkstoffprofil

ABS war über Jahrzehnte der Maßstab für technische Kunststoffbauteile. Im Spritzguss dominiert es nach wie vor – im FFF-Druck hat es eine problematische Eigenschaft: Schwindung. Beim Abkühlen zieht sich ABS stark zusammen und erzeugt innere Spannungen, die Teile vom Druckbett heben (Warping) oder an Schichtgrenzen trennen (Layer Separation).

Warping: Die entscheidende Herausforderung

ABS zeigt beim Abkühlen eine hohe Schwindung (ca. 0,5–0,8 %), die thermische Spannungen im Bauteil aufbaut. Diese Spannungen führen bei Bauteilen über ~50 mm Länge zu Warping (Abheben der Bauteilecken) oder Layer Separation. Professionelle Fertigung mit ABS erfordert ein thermisch kontrolliertes Druckumfeld – dies ist der Hauptgrund, warum ABS im industriellen FFF-Einsatz anspruchsvoller ist als PETG oder ASA.

ABS vs. ASA

Für neue Konstruktionen ist ASA die bessere Wahl: vergleichbare Verarbeitungsanforderungen, aber UV-stabil, besser witterungsbeständig und mit geringerer Geruchsentwicklung. ABS hat nur dann einen Vorteil, wenn Aceton-Glättung oder -Schweißung gewünscht wird.