Hochleistung Industrietauglich
PP

PP – Polypropylen

Chemisch resistentestes Material dieser Datenbank. PP widersteht nahezu allen Chemikalien, Laugen und Säuren. Drucktechnisch extrem anspruchsvoll – geringe Betthaftung, hohe Schwindung. Nur mit spezifischen Bettmaterialien und Erfahrung verarbeitbar.

Technische Kennwerte

Basis-Polymer
Polypropylen (isotaktisch)
Zugfestigkeit
~25–35 MPa (ISO 527)
Wärmeformbeständigkeit
~85–100 °C (HDT/A)
UV-Beständigkeit
Nicht UV-stabilisiert

Typische Anwendungsbereiche

  • Chemikalienbehälter und -leitungen
  • Laborzubehör (Laugen- und Säurekontakt)
  • Nahrungsmittelkontakt-Behälter (FDA-konform)
  • Medizinische Einweginstrumente
  • Flüssigkeitsführende Bauteile in aggressiven Medien

Werkstoffprofil

Polypropylen ist der chemisch beständigste Werkstoff dieser Datenbank. Sein nicht-polares Molekülgerüst lässt kaum ein Lösungsmittel, keine Säure und keine Lauge eindringen. Für Behälter, Rohrleitungen und Laborteile in aggressiven Umgebungen ist PP oft das einzige sinnvolle Material.

Warum PP so schwer zu drucken ist

PP klebt an nichts – weder am Druckbett, noch an sich selbst besonders gut. Die Drucktechnik erfordert:

  • Spezielles Bettmaterial: PP-Folie, Gaffer-Tape oder poliertes PP-Sheet als Haftfläche
  • Kaltes Bett (15–30 °C) überraschenderweise besser als heißes Bett für manche Varianten
  • Langsame Druckgeschwindigkeit für ausreichende Schichthaftung
  • Minimale Kühlung im ersten Drittel des Bauteils

Entscheidungshilfe: PP oder PETG?

PP nur wenn chemische Beständigkeit gegen starke Laugen/Säuren, Lebensmittelkontakt oder FDA-Konformität zwingend erforderlich ist. In allen anderen Fällen ist PETG die einfachere und mechanisch überlegene Wahl.