Gleitlager, Buchsen und Führungen aus Metall brauchen Schmierung – und damit Wartung. Die tribologischen iglidur-Filamente von igus lösen das anders: selbstschmierend durch integrierte Festschmierstoffe, verschleißoptimiert, wartungsfrei. Zwei Varianten stehen zur Wahl, die sich vor allem in der Betriebstemperatur unterscheiden.

iglidur I150 vs. I180 im Überblick

MaterialZugfestigkeitDauereinsatztemperaturEinsatzschwerpunkt
iglidur I150~45 MPabis 90 °CEinstiegs-Tribopolymer, Standardanwendungen
iglidur I180~65 MPabis 180 °CHochtemperatur, motornahe Umgebungen

Beide sind proprietäre Formeln von igus, speziell für gleitende und rotierende Bauteile entwickelt – nicht für strukturelle Lastaufnahme wie CF- oder GF-Materialien, sondern für Reibung und Verschleiß optimiert.

iglidur I150 – der Einstieg

Das Basis-Tribopolymer für die meisten Gleitanwendungen: selbstschmierend, verschleißoptimiert, bis 90 °C dauereinsatzfähig. Für Lager, Buchsen und Gleitführungen ohne besondere thermische Belastung.

Hinweis zur Lebensmittelkonformität: eingeschränkt belegt (igus Food-Safe-Dokumentation, Anwendung/Farbe/Charge im Einzelfall prüfen) – kein separates RoHS/REACH-Zertifikat hinterlegt. Für Lebensmittelkontakt vorab projektspezifisch klären.

iglidur I180 – für heiße Umgebungen

Wo I150 thermisch an seine Grenze kommt, übernimmt I180: gleiches Funktionsprinzip (selbstschmierend, verschleißoptimiert), aber für Dauerbetrieb bis 180 °C ausgelegt und mit höherer Zugfestigkeit (~65 MPa gegenüber ~45 MPa bei I150).

Hinweis: Für I180 liegen keine belastbaren RoHS-/REACH-/FDA-Nachweise in der Freigabeliste vor; das Sicherheitsdatenblatt weist ausdrücklich auf zu vermeidenden Lebensmittelkontakt hin.

Typisch: Gleitlager und Führungen in Motorräumen, Antriebssträngen und anderen thermisch belasteten Umgebungen, wo I150 nicht mehr ausreicht.

Wann lohnt sich ein Tribopolymer statt Standardmaterial?

Ein gedrucktes Gleitlager aus iglidur ersetzt in vielen Fällen ein zugekauftes Metall- oder Kunststoff-Gleitlager – mit dem Vorteil einer individuellen, in einem Zug gedruckten Geometrie (z. B. Lager direkt in ein Halterungsbauteil integriert) und ohne separate Schmierung im Betrieb. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Einzelfall ab: bei Standardabmessungen ist ein Katalog-Gleitlager oft günstiger, bei individueller Geometrie oder integrierter Bauweise spielt der 3D-Druck seine Stärke aus.

Faustregel zur Auswahl

  • Betriebstemperatur bis 90 °C, Standardanwendung → iglidur I150
  • Betriebstemperatur bis 180 °C oder höhere Last → iglidur I180
  • Lebensmittelkontakt geplant → Konformität vorab projektspezifisch klären, für beide Materialien nur eingeschränkt belegt

Bei Unsicherheit zur Materialwahl oder zur Integration eines Gleitlagers in ein bestehendes Bauteil: Jede Anfrage enthält eine kostenlose Materialberatung.