3D-Druck für Sondermaschinenbau & Automatisierungstechnik
Iterative Prototypen und Serienkomponenten für kundenspezifische Anlagen – von der ersten CAD-Idee bis zur montierten Baugruppe in wenigen Werktagen. Lokal gefertigt in Stuttgart.
Warum additive Fertigung im Sondermaschinenbau?
Sondermaschinenbau bedeutet: jede Anlage ist ein Unikat. Änderungsschleifen an Maschinengestellen, Nachrüstungen an bestehenden Linien oder anlagenspezifische Sensorpositionierungen lassen sich über klassische Fertigungsverfahren kaum wirtschaftlich abbilden – Mindestmengen, lange Lieferzeiten und hohe Werkzeugkosten stehen dagegen.
Mit industriell kalibriertem FFF-3D-Druck entfallen Werkzeugkosten vollständig. Jede Geometrie ist ab Stück 1 wirtschaftlich. Korrekturen an der Geometrie sind innerhalb von Stunden umgesetzt, der Neudruck folgt am nächsten Tag.
- Keine Mindestmengen – Stück 1 rentabel
- Lieferzeit typisch 2–3 Werktage ab freigegebener CAD-Datei
- Geometriefreiheit: Hinterschneidungen, interne Kanäle, komplexe Konturen
- Direktes Feedback bei konstruktiver Undruckbarkeit
- Materialwechsel ohne Rüstkosten zwischen Aufträgen
ab freigegebener Datei
mit digitalem Messschieber kontrolliert
inkl. CF-Komposit, Elastomere, Tribologie
Typische Bauteile in der Automatisierungsanlage
Die folgenden Komponenten werden regelmäßig für Sondermaschinenbauer und Integratoren gefertigt. Alle Bauteile sind nach technischer Prüfung auch in Kleinserie lieferbar.
Sensorhalterungen
Montagewinkel, Sensorträger und Positionierplatten für Lichtschranken, Induktivschalter, Bildverarbeitungssysteme und Distanzmesser. Millimetergenau auf vorhandene Maschinenprofile angepasst.
Kabelführungen & Leitungshalter
Kabelkanäle, Klemm- und Clipsysteme für die strukturierte Leitungsverlegung an Maschinengestellen und Roboterkreisen. Anschlussbelegungen und Querschnitte werden bauteilspezifisch ausgelegt.
Steuerungsgehäuse & Abdeckungen
IP-geschützte Gehäuse für Auswerteelektronik, SPS-Erweiterungsmodule und Netzteile. Passgenau auf DIN-Schienen oder Profilschienen konzipiert, Kabeleinführungen und Montagebohrungen im Druck integriert.
Greifer & End-of-Arm-Tooling
Angepasste Greiferfinger, Saugnapfhalter und Werkzeugaufnahmen für kollaborative Roboter (UR, KUKA, Fanuc). Gewichtsoptimierte Strukturen mit integrierten Luftkanälen für Vakuumgreifsysteme.
Vorrichtungen & Spannmittel
Aufnahmen, Schablonen und Kontrollvorrichtungen für Montage- und Prüfprozesse. Komplex konturierte Formteile zur Werkstück- ausrichtung, die mit CNC unwirtschaftlich wären.
Materialien für die Automatisierungsumgebung
Je nach Einbauumgebung, Temperaturbelastung und mechanischer Anforderung werden unterschiedliche Werkstoffe eingesetzt. Alle Materialien sind im Online-Kalkulator direkt kalkulierbar.
ASA (UV-stabil)
Ideal für Außenmontage und Industriehallen mit UV-Einstrahlung. Dimensionsstabil bis 95 °C, witterungsbeständig, gut nachbearbeitbar (schleifen, lackieren).
- HDT bis ~95 °C
- UV- und witterungsbeständig
- Gut lackierbar
PA-CF (Carbonfaser)
Höchste spezifische Steifigkeit im FFF-Portfolio. Für tragende Halterungen, Greifer und Vorrichtungen, die unter dauerhafter Last stehen. Stahldüse erforderlich.
- Zugfestigkeit ~100 MPa
- HDT bis ~180 °C
- Geringes Gewicht bei hoher Steifigkeit
PC (Polycarbonat)
Für Steuerungsgehäuse und Abdeckungen in thermisch belasteten Bereichen. Hohe Schlagzähigkeit, bis 135 °C, optional transparent für Sichtfenster.
- HDT bis ~135 °C
- Extrem schlagzäh
- Optional transparent
iglidur i180
Selbstschmierendes Gleitlagermaterial von igus für Linearführungen, Wellenlager und Zahnräder. Kein Öl, kein Fett – wartungsarmer Betrieb auch in verschmutzten Umgebungen.
- Dauerhaft wartungsarm (kein Schmiermittel)
- Abriebfestigkeit ~10× besser als PA
- igus-zertifiziert
TPU 85A (weich)
Flexible Dämpfungselemente, Schutzabdeckungen und Kabeltüllen. Shore 85A – weich genug für Puffer, fest genug für formstabile Schläuche und Dichtlippen.
- Shore 85A – sehr flexibel
- Abrieb- und reißfest
- Bis ~80 °C einsetzbar
PAHT-CF (bis 200 °C)
Für Komponenten direkt an Wärmequellen wie Motoren, Pressen oder Öfen. Carbonfaser-verstärktes Hochtemperatur-PA mit bis zu 200 °C HDT bei dauerhafter Last.
- HDT bis ~200 °C
- Zugfestigkeit ~120 MPa
- Dimensionsstabil unter Thermolast
→ Alle Hochleistungswerkstoffe im Überblick · → Gesamtes Materialsortiment
Nahtlose Integration in bestehende Automatisierungsumgebungen
Additive Fertigung endet nicht beim Bauteil. Komponenten für Automatisierungsanlagen müssen sich in vorhandene Systemarchitekturen einpassen – mechanisch, elektrisch und logistisch.
Als Maschinenbautechniker (Bachelor Professional) werden Bauteile konstruktiv bewertet: Wandstärken für Gewindeeinsätze (M3–M8), Passungsmaße für Lagersitze und Einpressbüchsen sowie Toleranzketten für Montagebaugruppen werden werkstoff- und verfahrensgerecht ausgelegt.
- Gewindeeinsätze (Heli-Coil, Einschmelzgewinde) nachträglich einsetzbar
- Montage auf Aluminium-Profilsystemen (Item, Bosch Rexroth) berücksichtigt
- DIN-Schienen-Clips und Hutschienen-Aufnahmen integrierbar
- Schutzarten IP40–IP54 durch passende Gehäusegeometrie und Dichtungsrille
- Kabeldurchführungen, Zugentlastungen und Klettverschluss-Kanäle im Druck
- Konstruktionsfeedback zur SPS-nahen Montage auf Anfrage
Jede Anfrage wird konstruktiv geprüft. Hinweise zu Wandstärken, Orientierung und Toleranzen erhalten Sie ohne Aufpreis. Mehr zu unseren Leistungen →
Von der Anfrage zur gelieferten Komponente
Datei oder Beschreibung einreichen
STL oder STEP über den Kalkulator hochladen oder Projektbeschreibung per Kontaktformular senden. Auch Skizzen, Fotos von Bestandskomponenten oder Maßangaben per E-Mail sind als Ausgangsbasis geeignet.
Technische Prüfung & Angebot
Wandstärken, Druckbarkeit und Materialeignung werden geprüft. Bei Standardgeometrien folgt die Kalkulation sofort im Browser; bei komplexen Baugruppen erhalten Sie ein verbindliches Angebot innerhalb von 24 Stunden.
Fertigung & Qualitätskontrolle
Druck auf kalibrierter Industriehardware mit materialspezifischem Profil. Sichtprüfung, Maßkontrolle mit digitalem Messschieber (0,01 mm) und ggf. Nachbearbeitung (Entfernung Stützstrukturen, Gewindeschneiden).
Lieferung oder Abholung Stuttgart
Versand per DHL/DPD oder persönliche Abholung in Stuttgart-Zuffenhausen. Bei lokalen Sondermaschinenbauern auch Einbau-Rücksprache vor Ort möglich.
Häufige Fragen – 3D-Druck im Sondermaschinenbau
Wie schnell können Sondermaschinenbau-Komponenten bei 3D Fabrikant gefertigt werden?
Standardlieferzeit für Sondermaschinenbau-Komponenten beträgt 2–3 Werktage ab freigegebener CAD-Datei (STEP oder STL). Express-Fertigung in 24–48 Stunden ist für einfachere Geometrien auf Anfrage möglich. 3D Fabrikant fertigt lokal in Stuttgart-Zuffenhausen – kein Versand durch Subunternehmer-Netzwerke, direkte Kommunikation mit dem Maschinenbautechniker.
Welche Materialien eignen sich für Bauteile in der Automatisierungsanlage am besten?
Die Materialwahl richtet sich nach Einbauumgebung und Lastfall: ASA für UV-exponierte Außenmontagen und Witterungseinfluss; PA-CF für tragende Halterungen und Greifer (Zugfestigkeit ~100 MPa, HDT ~180 °C); PC für Steuerungsgehäuse mit Wärmelast bis 135 °C; iglidur i180 für wartungsarme Gleitlager und Linearführungen ohne Schmierung; TPU 85A für Dämpfungselemente und flexible Kabelführungen; PAHT-CF für Motorraum-nahe Komponenten bis 200 °C.
Können 3D-Druck-Bauteile direkt an Siemens S7 / Beckhoff-Steuerungen montiert werden?
Ja. Halterungen, Abdeckungen und Kabelführungen für SPS-Systeme (Siemens S7-1200/1500, Beckhoff CX, Schneider M241) werden regelmäßig gefertigt. Montage auf DIN-Schienen (EN 60715 TH35) und Hutschienen-Clips können konstruktiv integriert werden. Kabeleinführungen mit Zugentlastung, M3–M8-Gewindeeinsätze (Böllhoff Ensat / Heli-Coil) und Beschriftungsfelder sind im Druck einplanbar.
Sind 3D-gedruckte Greifer für kollaborative Roboter (Cobots) geeignet?
Ja, für leichte bis mittlere Lasten (< 5 kg Nutzlast) werden 3D-gedruckte Greiferfinger und EOAT-Halterungen regelmäßig für UR3/UR5/UR10, KUKA LBR iiwa und Fanuc CR-Serie eingesetzt. Material PA-CF oder PC-CF für steife Strukturen; TPU 85A für weiche Greifbeläge. ISO 9283-konforme Lastdaten werden nicht garantiert – für sicherheitsrelevante Cobots ist eine Freigabe durch den Integrator erforderlich.
Welche IP-Schutzklasse können Gehäuse aus dem 3D-Druck erreichen?
Durch konstruktive Maßnahmen (umlaufende Dichtungsrille für O-Ring oder Schaumstoffdichtung, passende Gehäuse-Deckelgeometrie) lassen sich mit geeigneten Materialien (PETG, ASA, PC) Schutzklassen bis IP54 realisieren. IP65/IP67 erfordern typischerweise zusätzliche Dichtmaßnahmen und Verguss, die 3D Fabrikant auf Anfrage koordiniert. Normgerechte IP-Prüfung nach IEC 60529 ist kein Standardservice – auf Anfrage verfügbar.
Weitere Fragen → Vollständige FAQ-Seite mit 26 Fragen
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